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Rainer Barmet, Pastoralassisten in der Pfarrei Cham

Rainer Barmet, Pastoralassistent in der Pfarrei Cham, im Talk mit Dominik Hasler. Herr Barmet erzählt von seinen eigenen Erfahrungen als Ministrant und vergleicht das Ministrant-sein von gestern und heute. Er berichtet über seine Aufgabe in der Ministrantenarbeit und die Probleme und Herausfor- derungen, die sich in der Pfarrei im Zusammenhang mit den Ministranten ergeben. Das Video ist Teil der Spezialausgabe zum Thema "Ministranten".
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Ein Gespräch mit Rainer Barmet, Pastoralassisten in der Pfarrei Cham.

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von der Spezialreihe KathTalk zum Thema "Ministranten". Ich bin hier in Zug und habe das Studio am Ministrantenfest aufgebaut. Und weil hier alles Ministranten und Leute, die mit Ministranten zu tun haben, also alles Profis, sind, habe ich einige eingeladen. Jetzt bei mir ist Rainer Barmet. Er ist Pastoralassistent in der Pfarrei Cham. Hallo Rainer. Schön hast du dir Zeit genommen, hier vorbeizuschauen.
Wenn du dich an deine eigene Ministrantenzeit zurückerinnerst. Was kommen dir da für Gedanken? Was kommen dir für Erinnerungen?

Ich war In Ebikon Ministrant. Dort bin ich aufgewachsen. Ich bin in meiner Familie der vierte. So war es klar, dass ich Ministrant werde, da alle meine Geschwister Ministrant waren. So hat sich das ergeben. Ich war dann bis 23 Jahre Ministrant. Relativ lang.

Jetzt bist du heute auch für die Ministranten in deiner Pfarrei zuständig. Siehst du da Unterschiede zwischen den Ministranten aus deiner Zeit und der heutigen Zeit?

Es gibt Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Ich denke, dass vieles, was man macht noch ähnlich ist. Der Unterschied, so habe ich den Eindruck, liegt vor allem im Umfeld. Die Konkurrenz wird gross. Es gibt so viel, was Kinder in ihrem Terminkalender drinstehen haben. So überlegen sich viele, ob das überhaupt noch möglich ist. Wir haben auch mit gesellschaftlichen Problemen zu kämpfen. Wenn Scheidungskinder am Wochenende nicht da sind, haben sie keine Zeit, zu ministrieren. Vom Dienst her, was man macht, würde ich sagen, dass es ähnlich geblieben ist. Die Gruppendynamik ist wichtig und das Zentrum ist das Ministrieren.

Jetzt hast du gesagt, dass die Konkurrenz wegen den anderen Angeboten, gross geworden ist. Was macht ihr, um die Ministranten zu euch zu holen, um die Kinder zu motivieren, Ministrant zu werden?

Wir machen jetzt nicht in dem Sinn etwas, dass man sich auf dem gleichen Feld konkurrenzieren muss. Ich finde es wichtig, dass das ministrieren im Zentrum steht. Dass jeder weiss, was ein Ministrant ist. Wichtig finde ich auch, dass es gute Leiter hat und das junge Leute hin stehen und etwas erzählen. Und dass man etwas miteinander erlebet. Natürlich gibt es durchaus verschiedene Angebote, die wir machen. Z.B das Lager. Das haben wir vor drei Jahren als Testlauf eingeführt und ein Jahr darauf wollten es die Leiter selber. So ist es jetzt im Programm. Das ist eine gute Anlaufstelle, da es von den Leitern her kommt und nicht von mir als Präses.

Das ist jetzt etwas, was die Leiter übernehmen. Was bleibt für dich im Zusammenhang mit der Ministrantenarbeit? Was ist deine Aufgabe konkret?

Ich bin Präses, und verstehe meine Aufgabe auch so. Bei uns gab es von Anfang an ein Ministrantenleiterteam und es gibt einen Sheriff. Der Chef vom Ministrantenleiterteam. Und ich versuche, dass ich eine Begleitperson vom Ministrantenleiterteam bin. Ich bin die Kontaktperson der Pfarrei. Natürlich gibt es verschiedene Punkte, wo ich reinrede, versuche aber, dass ich immer noch den Sheriff habe, als meinen "ersten Mann", mit dem ich die Sachen anschauen kann. Ich versuche, dass sie vieles alleine machen. Mein Ziel ist es, dass die Gruppe möglichst selbständig läuft und dass die Leiter im Minimum eine Kontaktstelle der Ministranten sind, wie ich auch.

Die Ministranten sind ein wesentlicher Bestandteil in der Liturgie. In der Kirche trifft man sie an. Braucht es deiner Meinung nach überhaupt noch Minis mit der Veränderung in der Pfarrei? Wie sieht die Zukunft der Ministranten aus?

Ich persönlich finde es etwas enorm Wichtiges. Aus ganz verschieden Gründen. Einerseits rein pastoral gesehen, ist es für die Kirche wichtig, weil es ein Faktum ist, dass viele Leute, die für die Kirche etwas machen, studieren oder in der Kirche engagiert sind, früher Ministranten gewesen sind. Das heisst, es bleibt etwas zurück. Ich finde, es ist ein Verein, der eine Persönlichkeitsbildung in ganz verschiedenen Bereichen mitgibt. Ich finde es sinnvoll, wenn Kinder lernen, sich in einer Liturgie zu benehmen. Es ist etwas, was man in anderen Bereichen auch können muss. Sich irgendwo einfügen. Es gibt etwas mit. Wenn man eine gute Gemeinschaft hat, gibt es eine Stärke mit. Das Lager machen wir eigentlich vom Gesamtprogramm her wie jedes andere auch. Wir haben einfach gewisse Punkte, die noch dazu gehören. Ein Tischgebet, ein kurzes Morgengebet, ein Abendgebet, man hat einen Gottesdienst, wo alle dabei sind, oder aber auch freiwillige Gottesdienste, bei dem die kommen können, die wollen. Das gibt dem ganzen eine gewisse Prägung, dass junge Leute merken, dass das Lager cool war und das gehört dazu. Das ist etwas, was natürlich ist.

Das sind jetzt doch hohe Ansprüche, die du da zusammengefasst hast, was die Ministrantengruppe erfüllen soll. Wenn du jetzt deine Ministrantenschar anschaust. Was sind die Beweggründe, warum die Kinder zum ministrieren kommen?

Tendenziell ist es so, wie es in jeder Kirche ist. Heute kommen die Leute nicht mehr in die Kirche, wenn sie nicht ein gewisses Interesse haben. Bei den Ministranten ist das auch so. In der Regel ist die Begeisterung bei den Kindern grösser. Wenn sie den Katecheten zuhören, sind sie interessiert. So haben wir pro Jahr etwa fünf, die wollen aber nicht dürfen, weil die Eltern sagen, dass sie am Sonntag nicht kommen wollen. Wir versuchen, dem entgegen zu kommen. Dass sie von vornherein sagen können, wann sie im nächsten Plan kommen können und wann nicht. Bei denen die bleiben, merkt man, dass da eine Gruppendynamik reinkommt. Wenn man eine Gruppe und Kollegen hat und es lustig hat und merkt, dass es coole Sachen gibt, dann ist es einfach, sie dazubehalten. Im Leiterteam ist es dasselbe. Da gibt es Angefressene. Die sind auch an anderen Orten dabei, an Weltjugendtagen dabei und nutzen andere Angebote. Da trifft man sich auch ausserhalb vom ministrieren.

Gibt es in der Pastoral dann sogar den Fall, dass man durch die Kinder wieder die Eltern erreicht. Ist das eine Dimension von der Pastoralarbeit?

Ich würde es nicht überbewerten. Es gibt sicher ein positives Bild. Ich meine, wenn ein Kind in einem pfarreilichen Verein ist, und es kommt zurück und es findet es total cool, dann ist das sicher eine Botschaft. Wenn ein Kind zurück kommt und sagt, dass es das Beste sei, was es je erlebt hätte und das dann den Eltern erzählt, ist das sicher positiv. Es gibt aber auch die Eltern, die ihre Kinder begleiten. Dann ist das auch pastoral gesehen wieder ein Gewinn, wenn Leute das dank ihren Kindern wieder mehr erleben. Es gibt aber auch Eltern, die das von zu Hause aus unterstützen, selbst aber selber nicht eine grosse Aktivität entwickeln.

Reiner, herzlichen Dank, dass du uns in deine Arbeit aber auch ins Feld vom Ministrant-sein einen Einblick gegeben hast. Danke für deine Zeit.
Auch euch liebe Zuschauerinnen und Zuschauer danke ich ganz herzlich, dass ihr bei dieser Ausgabe von KathTalk dabei wart. Wenn ihr darüber informiert werden wollt, was so in der nächsten Zeit hier auf der Homepage passiert, dann meldet euch doch bei der Facebookgruppe an. Da werdet ihr sofort darüber informiert, wenn ein neues Video heraus kommt oder abonniert den Newsletter, falls ihr kein Facebook habt. Wenn euch irgendetwas einfällt, das ihr schon immer loswerden wolltet zum Thema Ministranten, dann gibt es die Möglichkeit, dass ihr unterm Video einen Kommentar abgeben könnt. Z.B. über eure eigene Ministrantenzeit oder über das, was jetzt grad Reiner gesagt hat. ich würde mich freuen, wenn ich euch beim nächsten KathTalk-Video wieder Begrüssen dürfte. Bis dahin eine gute Zeit.


Mit Rainer Barmet, Pastoralassistent in der Pfarrei Cham, unterhielt sich Dominik Hasler.
Zug, 28. August 2011.
© 2011 HASLER4u GmbH


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