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Pirmin Rauber, Bericht vom Weltjugendtag

Pirmin Rauber über den Weltjugendtag, im Talk mit Sandra Berchtold. Pirmin erzählt, wie er auf den Anlass "Weltjugendtag" gestossen ist und was er bisher an diesen grossen Glaubensfesten für Jugendliche erlebt hat. Besonders eindrücklich sind seine Schilderungen vom letzten Weltjugendtag, der diesen Sommer in Madrid stattfand. Pirmin berichtet aber auch, wie es ist, als einer der wenigen Jugendlichen in der Kirche Präsenz zu zeigen und zu seinem Glauben öffentlich zu stehen.
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Ein Gespräch mit Pirmin Rauber zum Weltjugendtag

Hallo zusammen und herzlich willkommen Zu KathTalk. Mein Name ist Sandra Berchtold und mein heutiger Gast ist Pirmin Rauber. Er kommt aus Jaun, ist 25 Jahre alt, gelernter Koch und Servicefachmann und arbeitet jetzt im Service in Düdingen. Seine Hobbies sind sehr vielfältig. Er hat aber ein ganz Spezielles. Wallfahrten.
Herzlich willkommen zum Gespräch, Pirmin. Schön, dass du dir Zeit nimmst. Wahlfahrten sind ja nicht so alltäglich. Ich kenne es nicht so als Hobby bei Jugendlichen. Wo warst du als letztes auf einer Wallfahrt?

Das letzte Mal war ich diesen Sommer mit elf Deutschfreiburgern und vielen Jugendlichen aus der ganzen Welt am Weltjugendtag in Madrid.

Was ist denn der Weltjugendtag?

Der Weltjugendtag ist 1986 vom Papst Johannes Paul II ins Leben gerufen worden. Das Jahr 1985 war das Jahr der internationalen Jugend. Dann hatte der Papst die Idee, dass man einen Tag machen könnte, wo die katholische Jugend zusammen kommt, um miteinander den Glauben und Jesus Christus zu feiern. Der Papst hat auch persönlich an diesem Treffen teilgenommen. Er hat nach Rom eingeladen und dann sind einige 100 Jugendliche gekommen. Dann hat er gemerkt, dass das gut ist und so hat er dann alle drei bis vier Jahre zu einem Weltjugendtag eingeladen.

Wie bist du dazu gekommen, selber an einen Weltjugendtag zu gehen?

Ich war 2005 in Köln das erste Mal an einem Weltjugendtag. Ich habe damals im Fernsehen eine Werbung gesehen. Einen kurzen Film. Das hat mich interessiert. Wenn man hier in eine Kirche geht, ist man meistens der einzige jüngere Mensch. Dann habe ich einen Flyer gesehen, der in der Kirche aufgelegt war und habe ihn ausgefüllt. Ich habe niemanden gekannt, der auch an den Weltjugendtag gereist ist und habe mich spontan angemeldet. Ich bin dann nach Köln gefahren und war ziemlich begeistert. So viele Junge auf einem Fleck und alle haben dieselbe Überzeugung.

Wie war das dann? Du hast gesagt, du seist alleine gegangen und hättest niemanden gekannt. Wie war so ein Treffen? Bist du alleine dorthin gereist?

Da meldet man sich in der Schweiz über eine Organisation an. Dann kommt man automatisch mit anderen Schweizern zusammen und reist gemeinsam an den Weltjugendtag. Man ist dann zusammen in einem Ort, wo das Haupttreffen stattfindet, länderweise einquartiert.

Und mit den Leuten, die du damals kennengelernt hast, hattest du dann auch später noch Kontakt?

Weniger. Es gibt nach den internationalen Weltjugendtagen immer noch nationale Weltjugendtage. Die finden dann immer zwischen den grossen Treffen in den einzelnen Ländern der Welt statt. So bin ich dann auch nach Einsiedeln, Zug und nach Grenchen gegangen. Dort hat man diese Leute auch wieder getroffen.

Hast du in Madrid dann die Menschen gekannt oder wie war es dieses Jahr?

Zwischen Köln und Madrid war noch Sydney. Dort konnte ich aber nicht mitgehen. Als aber der Papst verkündet hat, dass der nächste Weltjugendtag in Madrid ist, wusste ich schon, dass ich da wieder hingehen möchte. Dann waren noch andere Jugendliche am Adoray. Das Adoray ist eigentlich eine Frucht vom Weltjugendtag in Köln, die in der Schweiz entstanden ist. Das Adoray findet in allen grossen Schweizer Städten statt. In Zug, Basel, Luzern, St. Gallen und auch in Fribourg. Und da hatte es auch Jugendliche, die sich für den Weltjugendtag interessierten und so haben wir dann die "Fribourg goes-Gruppe" gebildet. Um das ein bisschen bekannter zu machen, haben wir in verschiedenen Deutschfreiburger Pfarreien den Gottesdienst mitgestaltet und so sind wir im Kanton ein bisschen bekannt geworden. Dann hat man gesehen, dass da Jugendliche im Kanton vorhanden sind, die Interesse am Glauben haben. So waren wir dann schlussendlich 11 Jugendliche, die an den Weltjugendtag in Madrid gegangen sind.

Und wenn du jetzt so zurück in den August blickst. Was sind die schönsten Erinnerungen, die du aus Madrid, dem Weltjugendtag mitgenommen hast? Was war eindrücklich für dich?

Das Eindrücklichste war für mich der Kreuzweg. Da waren dann bis zu einer Million Jugendliche. Die haben dann alle mit dem Papst, an dem Kreuzweg teilgenommen. Und das war auf einem grossen Platz. Da hatten natürlich nicht alle platz. So war unsere Schweizer Gruppe noch auf einer Seitenstrasse und hat alles über die Grossleinwand mitverfolgt. Bei diesem Kreuzweg haben sie die Stationen, die sie am Karfreitag in Madrid brauchen, aufgestellt und dann haben die Jugendlichen das Weltjugendtagkreuz von Station zu Station getragen. Das waren Jugendliche, die benachteiligt worden sind, behinderte Jugendliche, Jugendliche aus dem Krisengebiet, Jugendliche, die mit dem Erdbeben in Japan zu kämpfen hatten, etc. Von Station zu Station hat eine andere Jugendgruppe das Kreuz getragen. Das war sehr berührend mit den Bibelstellen und der Musik und es war dann ein "miteinander mit dem Papst tragen" der Probleme, die wir in der Welt haben. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Ein anderes schönes Erlebnis war die Vigilfeier, die wir hatten. Vom Samstag auf Sonntag. Da kamen alle auf den grossen Platz. Das war ein ehemaliger Flughafen. Dann sind wir alle zusammen gekommen und der Papst ist dann am Abend gekommen. Da waren rund 1.5 Millionen junge Leute zusammen und wir haben uns alle für diese Vigil vorbereitet. Man muss noch sagen, dass wir 43 Grad hatten. Es war sehr heiss. Als am Abend die Vigil losgegangen ist, hat der Papst angefangen zu reden und dann ist ein Sturm und ein Gewitter gekommen und die ganze Welt war durcheinander. Alle haben sich mit Blachen zugedeckt. Trotzdem war eine friedliche Stimmung. Auch der Papst ist auf seinem "Thron" bei uns geblieben und die Bischöfe haben ihn mit Regenschirmen eingedeckt. Man hat gar nichts mehr vom Papst gesehen. Nur noch Regenschirme. Das ging dann 20 bis 30 Minuten, wo es nur gestürmt und geregnet hat. Wir haben dann trotz des Gewitters mit der Vigil weiter gemacht. Dann wurde das Allerheiligste ausgesetzt und das war auch sehr berühren. Diese Hektik, die zuvor auf dem Feld herrschte, sobald die Monstranz vor einem gewesen ist, hat man gemerkt, wie die Ruhe über das Feld gekommen ist und wie die Jugendlichen niederknieten und die Ruhe geherrscht hat. Das war sehr speziell.

Ich stelle mir das gerade so vor. Eine Riesenmenge. 1.5. Millionen Jugendlichen. Wie wart ihr da? Hattet ihr Zelte?

Wir hatten keine Zelte. Es kamen alle mit Schlafsäcken und haben auf diesem Feld übernachtet. Mit Rucksäcken. Am nächsten Morgen, am Sonntag war die Abschlussmesse mit dem Papst. Da sind dann noch mehr dazu gestossen.

Der Papst lädt ja ein an den Weltjugendtag. Wie ist deine Beziehung zum Papst? Wie wichtig ist er dir? Was hast du für eine Beziehung zu ihm?

Der Papst spielt für mich schon eine wichtige Rolle. Er ist das Oberhaupt der katholischen Kirche und der Nachfolger von Petrus. Und ich finde es auch wichtig, dass, wenn man den Glauben an Jesus Christus hat, man auch in der Kirche bleibt. Das war auch in der Botschaft, in der Predigt vom Papst am Sonntag ein zentraler Punkt. Das Evangelium hat da gelautet: "Jesus hat seinen Jünger gefragt: Für wen halten mich die Leute? Dann haben die Jünger gesagt: Für einen Propheten oder Elia. Und dann hat Jesus die Jünger wieder gefragt: Und für wen haltet ihr mich? Dann hat Petrus geantwortet: Für den Messias, den Sohn Gottes. Dann hat Jesus gesagt: Auf diesem Felsen wolle er seine Kirche gründen." Mit dem Felsen hat er den Glauben gemeint. Und der Papst hat auch gemeint, dass der Mensch den Glauben nicht von sich aus erzwingen könne. Der Glaube sei ein Geschenk Gottes. Und wenn das ein Geschenk von Gott ist, hatte Petrus diesen Glauben und Jesus auf diesem Glauben die Kirche gebaut hat, dann ist da ein Zusammenhang. So ist das für mich selbstverständlich, dass der Papst der Nachfolger von Petrus ist. Dass das die Kirche ist, die Jesus selber gegründet hat.

Du hast am Anfang gesagt, dass du die Motivation, zum Weltjugendtag zu gehen, darin gesehen hast, weil du zu Hause fast der Jüngste bist, der in den Gottesdienst geht und du das dort anders erfahren konntest. Weil dort Jugendliche, von überall her kommen. Wie reagiert dein Umfeld, wenn du sagst, dass du nach Madrid an den Weltjugendtag gehst? Wie haben die Leute auf dich reagiert?

Ich mache schon länger Wallfahrten nach Lourdes, Medjugorje und Fatima. Sie wissen es eigentlich mittlerweile fast alle in meinem Umfeld, dass ich meinen katholischen Glauben auslebe. Am Anfang habe ich mich immer versteckt und das auch nicht so gesagt. Aber mit der Zeit habe ich doch gemerkt, dass wenn man dazu steht und es auch zeigt, es einem selber dann auch viel besser geht. Es gibt natürlich verschiedene Reaktionen. Positive wie negative. Man muss manchmal schon mit den Konflikten rechnen. Und auch in meinem Beruf, im Service, wenn es Menschen hat, die genau wissen, was ich mache, und dann auch mal eine Bemerkung machen.

Wenn du so offen bist und darüber reden kannst, merkst du bei den Leuten, dass etwas bei ihnen geschieht, dass sie anfangen, über den Glauben nachzudenken, oder kommen einfach nur die Sprüche? Kommt man dadurch auch ins Gespräch?

Man kommt schon ins Gespräch. Ich hatte auch schon nach Feierabend Gespräche mit anderen. Das sind teilweise auch sehr interessante Gespräche. Man versucht halt zu zeigen, aus welcher Sicht man es sieht. Es gibt verschiedene Reaktionen, aber auch sehr interessante Gespräche.

Wohin geht deine nächste Wallfahrt? Was hast du geplant?

Meine nächste Wallfahrt geht nächsten Frühling mit den Krankenpilgern nach Lourdes.

Begleitest und betreust du sie da?

Seit drei Jahren begleite ich die Kranken. Vorher bin ich einfach als Pilger nach Lourdes gegangen.

Ich wünsche dir alles Gute und ganz tolle Erfahrungen weiterhin auf deinen Glaubensreisen, die du machst. Schön, dass du da warst.
Ich möchte mich auch bei Ihnen herzlich für das Mitanhören und Mitschauen von diesem Talk bedanken, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. KathTalk können Sie auch auf Facebook besuchen oder den Newsletter auf der Webseite abonnieren. Vielen Dank und alles Gute.


Mit Pirmin Rauber über den Weltjugendtag, unterhielt sich Sandra Berchtold.
Fribourg, 30. September 2011.
© 2011 HASLER4u GmbH


(und guet gmacht Sandra) ;)
Guet gmacht Pirmin :)
GBY Yannick Brayenovitch
Wo ist denn das Intro geblieben?
Wo ist denn das Intro geblieben?

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