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Mgr. Denis Theurillat, Weihbischof des Bistums Basel

Mgr. Denis Theurillat, Weihbischof des Bistums Basel, im Talk mit Martin Niederer. Theurillat erzählt von seiner Vorfreude auf die neue Arbeit mit den Jugendlichen der Romandie und blickt zurück auf die Zeit, wo er als Jugendbischof für die Jugendlichen der ganzen Schweiz zuständig war. Seine alte und zukünftige Arbeit ist geprägt vom intensiven Kontakt mit den Jugendlichen und den Jugendverbänden. Erfahren Sie in diesem Video, wie er die Jugendlichen erlebt.
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Ein Gespräch mit Mgr. Denis Theurillat, Weihbischof des Bistums Basel

Hallo und herzlich willkommen zu KathTalk. Auf meinen heutigen Gast habe ich mich ganz besonders gefreut. Viele, ich würde sogar behaupten, alle von euch kennen ihn. Es ist Bischof Denis Theurillat. Im Jahre 2000 ist er zum Weihbischof des Bistum Basels ernannt worden und gleichzeitig hat ihm die schweizerische Bischofskonferenz die Verantwortung für die Jugendlichen in der Schweiz gegeben. Das Amt als Jugendbischofs hat er während zehn Jahren mit viel Charme und Hingabe ausgeübt und es dann letztes Jahr dem Weihbischof Marian Eleganti aus dem Bistum Chur abgegeben. Aber die jungen Katholiken müssen nicht ganz auf Bischof Denis verzichten, denn seit September 2011 ist er wieder Jugendbischof für die französischsprachigen Jugendlichen in der Schweiz.
Bischof Theurillat, ich freue mich sehr, dass Sie da sind. Ich habe schon eingangs erwähnt, dass Sie wieder Jugendbischof geworden sind. Auch zur Entlastung von Weihbischof Marian Eleganti, der sehr viel im Bistum Chur zu tun hat. Sie sind jetzt neu Jugendbischof für die französischsprachige Schweiz. Was war da ihre Reaktion, als Sie gehört haben, dass Sie wieder Jugendbischof sein sollen?

Ich war zehn Jahre lang Jugendbischof für die ganze Schweiz. Ich hatte diese Seite umgeschlagen, um eine Neue aufzuschlagen. Die Zeit als Jugendbischof war für mich vorbei, obwohl ich die Jugendlichen immer sehr gern hatte. Von daher war es schon eine Überraschung für mich. Ich habe mir dann gesagt: "Du hattest in dir immer das Feuer für die Jugendlichen. Von daher kannst du "Ja" sagen." Aber natürlich musste ich auch mit meinem Diözesanbischof darüber diskutieren, ob er auch damit einverstanden ist.

Sie sagen, dass Sie immer das Feuer für die Jugendlichen hatten, dass Sie die Jugendlichen sehr gerne haben. Wie war das für Sie, als Sie letztes Jahr die Jugendlichen abgeben mussten. Hand aufs Herz, das war nicht einfach für Sie, oder?

Nein. Das war nicht einfach. Ich war zehn Jahre lang fast täglich irgendwo mit Jugendlichen oder mit Verantwortlichen von Jugendlichen zusammen. Von daher habe ich eine Leere erfahren. Aber ich hatte andererseits so viel zu tun mit meinem Alltag. Ich habe aber immer an die Menschen gedacht. Aber auch immer gesagt, dass das Leben weiter geht.

Wenn wir jetzt auf diese zehn Jahre zurückschauen: Was waren in dieser Zeit Ihre persönlichen Höhepunkte?

Ein Höhepunkt, den ich hatte, war, dass ich immer versucht habe, zwischen den Sprachregionen der Schweiz Brücken zu bauen. Das war für mich sehr wichtig. Ich wollte auch Vernetzungen zwischen den Jugendfachstellen der Schweiz und den Jugendbewegungen machen, damit wir immer überall in der Schweiz ein wenig in Kontakt sein können. Von daher brauchte ich viel Zeit, um diesen Kontakt zu realisieren. Innerhalb dieser Arbeit hatte ich natürlich auch immer noch diese Leidenschaft, Jesus Christus und das Evangelium zu verkündigen. Den Jugendlichen zu sagen, dass es sich lohnt zu leben, wenn wir nicht alleine sind. An Gott zu glauben, dass Gott einen sehr wichtigen Platz hat. In dieser Arbeit hatte ich meine Höhepunkte.

Ein Ereignis, das in diesen letzten zehn Jahren ein Höhepunkt für mich persönlich war, gerade in der Jugendarbeit der katholischen Kirche, war 2004, als der Papst nach Bern gekommen ist und wir das erste nationale, katholische Jugendtreffen hatten. Wie haben Sie das in Erinnerung?

Das ist ein unvergesslicher Moment. Ich denke an alle, die diesen Anlass, mit dem Thema "Steh auf", organisiert hatten. Das hat überall in der Schweiz viel ausgelöst. Ich denke, dass dieser Anlass in Bern durch die Präsenz des Papstes umso mehr ein Erfolg gewesen ist.

Wo sehen Sie heute die Früchte dieses Treffens? Dieses "Steh aufs"?

Es ist ein wenig schwierig diese Früchte genau zu beschreiben. Was ich sagen kann, ist, dass dieses Treffen einen Elan ausgelöst hat. Von überall in der Schweiz haben sich Jugendliche auf den Weg gemacht. Und ich denke, dass das schon etwas Positives ist. Eine andere, schöne Realität. Ich fand auch, dass die Verantwortlichen von der Jugendpastoral mehr zusammen gearbeitet haben. Und sicher auch, dass tiefer gesagt, viele Jugendliche die Bedeutung der Kirche entdeckt haben. Die Präsenz des Papstes ist auch etwas Einzigartiges und sie war sehr stark. Ausserdem konnten wir in Bern die Gemeinschaft erleben. Die Jugendlichen haben sich vielleicht gesagt: "Ja. In Zukunft könnten wir auch in diese Richtung weiter gehen. Gemeinschaften pflegen und sie wachsen lassen."

Wo sehen Sie denn heute diese Gemeinschaften zwischen den verschiedenen Jugendgruppen?

Es gibt natürlich die grossen Anlässe, wie z.B. den Weltjugendtag, das Ministrantenfest, die vielen verschiedenen Lager von Jungwacht usw. Ich denke, dass die Jugendlichen oft die Erfahrung mach, dass es schön, sinnvoll und wichtig ist, zusammen zu kommen. Damit man unter sich etwas Positives aufbauen kann. Aber nicht nur unter den Jugendlichen, sondern auch zwischen den Jugendlichen und den pfarreilichen Gemeinschaften. Manchmal können wir sehen, dass eine Gruppe von Jugendlichen in einer Pfarrei sehr aktiv ist. Es ist vielleicht noch nicht so häufig, aber es existiert.

Sie haben zu Beginn gesagt, dass Sie auch Brückenbauer sein möchten. Jetzt sind Sie neu wieder Jugendbischof der französischsprachigen Schweiz. Sie kennen aber, durch ihre zehn jährige Erfahrung als Jugendbischof auf nationaler Ebene, auch die deutschschweizerische Jugendszene sehr gut. Wo sind da die grössten Unterschiede zwischen den beiden Sprachgruppen?

Ich möchte die Frage lieber mit den Ähnlichkeiten beantworten, wo die Brücken sind. Ich denke, dass die Jugendlichen in der Schweiz überall dieselben sind. Sie leben, sie arbeiten, sie studieren, sie mögen das Leben und sie suchen auch nach etwas in ihrem Leben. Die Erfahrung, die ich gemacht habe, ist die Folgende: Wenn wir mit Jugendlichen von den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz in Kontakt sind, können wir eine lange Strecke gemeinsam gehe. Egal, ob die Jugendlichen von der Romandie kommen oder aus der Deutschschweiz.


Gibt es vielleicht Aspekte, die ein Reichtum für die andere Sprachgruppe sein könnten? Wenn es etwas Spezifisches ist, das z.B. in der Westschweiz entstanden ist?

Ich finde, dass das ein wenig heikel ist. Ich könnte sagen, dass die Jugendlichen der Deutschschweiz sehr organisiert sind. Es gibt aber auch in der Romandie Jugendliche, die sehr organisiert sind. Oder ich könnte sagen, dass die Welschen ein wenig toleranter sind, als die Deutschschweizer. Aber es gibt auch in der Deutschschweiz Jugendliche, die eine wunderbare Toleranz haben. Oder, dass die Jugendlichen in der Deutschschweiz sehr pünktlich sind, aber auch umgekehrt. Nach elf Jahren als Weihbischof in der Deutschschweiz im Bistum Basel, habe ich gemerkt, dass ich immer mehr mit Ähnlichkeiten zu tun habe, als mit Unterschieden. Dies ist meine Erfahrung. Natürlich kann man die Kultur nicht streichen. Das muss so sein und das muss so bleiben. Aber eigentlich bleibt jeder Jugendliche ein Mensch und ein Kind Gottes.

Und mit diesen Kindern Gottes gehen Sie jetzt weiter in der nächsten Zeit, speziell mit den Jugendlichen aus der französischsprachigen Schweiz. Was sind da so ihre Wünsche und Projekte, die sie haben und die sie mit den Jugendlichen realisieren wollen?

Ich werde jetzt mit Freude und mit Leidenschaft meine Arbeit übernehmen. Seit 18 Monaten bin ich nicht mehr Jugendbischof gewesen und ich bin ein wenig neugierig, was während dieser Zeit passiert ist. Ich weiss nicht mehr genau, wie es läuft bei den Jugendlichen. Jetzt werde ich sicher an die Jugendlichen in der Romandie einen Brief schreiben, um ihnen zu sagen, dass ich für sie da bin. Mit meinen herzlichen Grüssen an die Jugendlichen der Deutschschweiz. Wir haben ja auch vom Weltjugendtag gesprochen oder vom Jugendtreffen in Bern. Irgendwo in mir gibt es diese Idee, dass es mal wieder schön wäre, ein nationales, katholisches Jugendtreffen zu organisieren. Wie z.B. im Jahre 2004. Ich bin nicht allein und es gibt vor allem auch den Jugendbischof und andere Verantwortliche. Ich habe in meinem Kopf drei kurze Wünsche. 1. Ich fange wieder an. Aber ich möchte nicht, dass die Jugendlichen sagen: "Ah. Er kommt wieder zurück..? Ein zweiter Wunsch, der mir am Herzen liegt, ist, dass ich wieder Zeit haben möchte, für die Jugendlichen, und 3. möchte ich meinen Auftrag als Jugendbischof, die frohe Botschaft zu verkündigen, verrichten.

Für diese drei Wünsche und auch für dieses grosses Projekt, das vielleicht wieder entsteht mit einem nationalen Jugendtreffen, wünsche ich Ihnen alles Gute. Danke vielmals für diese Gespräch und dass sie sich die Zeit genommen haben. Auch euch liebe Zuschauerinnen und Zuschauer danke ich für euer Interesse. Wenn ihr immer wissen wollt, was bei KathTalk läuft, dann geht ihr am besten auf unsere Facebookgruppe. Wenn ihr dort dabei seid, dann werdet ihr immer informiert, wenn etwas Neues kommt. Es würde mich freuen, wenn ihr das nächste Mal wieder mit dabei wärt. Bis dahin eine gute Zeit.


Mit Mgr. Denis Theurillat, Weihbischof des Bistums Basel, unterhielt sich Martin Niederer.
Fribourg, 26. Oktober 2011.
© 2011 HASLER4u GmbH


Frage an Mgr. Denis Theurillat, Weihbisch des Bistums Basel
Ab wann werden die Menschenrechte in unserer Kirche eingehalten ?
freundlich grüsst
Roland Vogt
Lostorf
Ein kleines bisschen überbelichtet, Dominik. Achte doch bei der nächsten Aufnahme kurz auf den Waveformmonitor ;)
lg Martin K. junior

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