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Adrian Bolzern, Präsident der DAMP

Adrian Bolzern, Präsident der DAMP, im Talk mit Dominik Hasler. Adrian Bolzern über die Aufgaben und die Geschichte der Arbeitsstelle DAMP. Er berichtet über den Erfolg des Minifestes und die Herausforderungen, die er in seiner Aufgabe als Präsident der DAMP meistern muss. Das Video ist Teil der Spezialausgabe zum Thema "Ministranten".
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Ein Gespräch mit Adrian Bolzern, Präsident der DAMP.

Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe in der Spezialreihe von" Kathtalk" zum Thema Ministranten. Wir haben hier unsere Studio in Zug am Ministrantenfest aufgestellt. Weil hier zur Zeit ganz viele Profis zum Thema "Ministranten" versammelt sind, habe ich ein paar eingeladen und stelle Fragen rund ums Thema Ministrant-sein. Bei mir ist Adrian. Er ist der Präsident der Damp. Nun wollen wir ein wenig mehr erfahren, was die Damp ist, wer Adrian ist und was er für eine Verbindung zu den Ministranten hat.
Hallo Adrian. Danke, dass du dir Zeit genommen hast, hier bei uns vorbei zu schauen.Wenn du an deine eigene Ministrantenzeit denkst: Was kommen dir dabei für Erinnerungen?

Eigentlich sehr viele Gute. Ich war 11 Jahre in einer Pfarrei Ministrant. Ich war immer der Joker in der Ministrantenschar. Ich wohnte direkt neben der Kirche. Und immer, wenn sie keinen gehabt haben, ministrierte ich. Drum war ich auch beim Sakristan sehr beliebt. Ich hatte auch sehr gute Gruppenerlebnisse. Wir machten tolle Ausflüge und hatten einen guten Gemeindeleiter. Auch das Ministrieren selber hat mir immer Spass gemacht. Es lief immer etwas im Gottesdienst. Das ist gut für Kinder.

Gibt es irgendein Erlebnis aus deiner Zeit, dass dir in Erinnerung geblieben ist?

Da fällt mir der eine Mitministrant ein. Er kniete bei der Wandlung und dann verfing sich seine Kordel in der Glocke. Als er aufstand, ist die Glocke in hohem Bogen nach hinten gefallen. Da haben alle gelacht.

Wie bist du vom Ministrant zum Präsidenten der Damp gekommen? Wie bist du zu dieser Organisation gekommen?

Als ich das religionspädagogische Institut in Luzern besucht habe, hat mich der damalige Subregens gefragt, ob ich nicht Lust hätte, dort mitzuarbeiten. So bin ich jetzt seit 2003 bei der Damp dabei und 2009 habe ich dann das Amt des Präsidenten übernommen.

Was hat dich denn an der Aufgabe, zur Damp zu gehen, generell gereizt?

Zum einen, weil es eine sogenannte Dachorganisation ist. Man arbeitet nicht nur für eine Pfarrei, für ein Bistum, sondern für die ganze Deutschschweiz. Damp heisst ja "Deutschschweizerische Arbeitsgruppe für Ministrantenpastoral". Das ist sehr interessant. Und was ich in der letzten Zeit gemerkt habe ist, dass auch die Verbindung international ist. Zu Deutschland, Luxemburg, Italien und Frankreich. Ein internationaler Ministrantenverbund. Damp ermöglicht mir den Zugang zu dem. Aber natürlich auch das Arbeiten für die Schweizer Ministranten. Wir sind ja ein ehrenamtliches Gremium. Wir haben keinen Lohn. Wir haben zwar eine Arbeitsstelle, die uns unterstützt und eine Sekretärin. Aber die anderen sind alle ehrenamtlich und setzen sich für die sinnvolle Jugendarbeit ein.

Kannst du allgemeiner erzählen, was diese Arbeitsstelle in der Schweiz macht?

Unsere Arbeitsstelle ist zum einen eine Anlaufstelle für alle, die Frage zur Ministrantenarbeit haben. Wir haben einen Arbeitsstellenleiter, der zu 30 Prozent angestellt ist. Ein Theologe, der Präses weiterhelfen kann, die Fragen haben. Wie man Kurse machen kann, wie man Minis einführen kann etc. Was wir auch noch bei der Arbeitsstelle haben, sind Materialien, Bücher, Spiele für Ministranten, extra zugeschnittene für Schweizer Ministranten und dann bieten wir Leiterkurse an, die wir 3 Mal im Jahr anbieten. Zwei Mal einen Kurs für die ab 14 jährigen Minis. Und einmal im Jahr einen Kurs für die ab 15 jährigen Minis. Da wird einem das Handwerk gegeben, Minis auszubilden, Spielanleitung zu machen und die Liturgie wird ihnen näher erklärt, wie es vom Abendmahl zur Eucharistie gekommen ist. Das ist ein weiteres Standbein. Und auch die grossen Events wie das Ministrantenfest oder die Romwallfahrt, die alle 5 Jahre stattfindet. Da geht man mit 350 Ministranten nach Rom. Schlussendlich kommen 50000 Ministranten auf dem Petersplatz zusammen.

Kannst du etwas zur Geschichte dieser Arbeitsstelle sagen? Wann ist sie entstanden? Wieso braucht es die Arbeitsstelle Damp?

Die DOK, die "deutschschweizerische Ordinarien Konferenz", bei der alle Bischöfe zusammen sind, hat gesagt, dass es gut wäre, wenn Ministrantenarbeit auch überpfarreilich eine Anlaufstelle hätte und gefördert würde. So wurde 1984 die "Dok-Arbeitsgruppe" gegründet. Das war dann lange Zeit ein Sitzgremium. Man kam zusammen, hatte Sitzungen, es gab Kurse, aber mehr hat man nicht gemacht. Damp war lange Zeit unbekannt. 2000 hat man den Verein Damp gegründet, konnte durch das eine Arbeitsstelle einrichten und trat dann mehr an Grossanlässen an die Öffentlichkeit. Der DOK ist es ein Anliegen, dass man Ministranten auch überpfarreilich mehr zusammenbindet. Dass man sagt, dass Ministranten ein wichtiger Teil der Kirche sind und man sie braucht.

Hat das auch ein wenig etwas mit Vereinheitlichung zu tun? Weil Minikurse könnte ja jede Pfarrei selber geben...

Könnten sie. Es ist aber natürlich eine Entlastung. Und damit man sieht, dass es auch andere Minis gibt. Ein ganz wesentlicher Teil an der Romwallfahrt oder auch am Minifest. Vor allem 12-jährige Minis aufwärts. Wenn in ihrem Freundeskreis nicht viele ministrieren, sie dann aber hier 5000 Andere in ihrem Alter sehen, merken sie, dass sie nicht alleine sind. Auch in Rom auf der Wallfahrt und in den Kursen. Das sind dann immer sogenannte Motivationsspritzen.

Das Ministrantenfest ist einer der grössten Anlässe, die ihr habt. Kannst du über die Geschichte etwas sagen? Wieso ist dieser Anlass ins Leben gerufen worden?

Weil die DOK gesagt hat, dass sie das Überpfarreiliche auch mal organisieren wollten. Das Minifest hat den Ursprung darin, den Minis einmal "danke" für den Einsatz zu sagen. 1999 war das erste Ministrantenfest in Bern . Man hat mit 600-800 Ministranten gerechnet. Als dann die Anmeldungen raus gingen, kamen schlussendlich 4500. Da mussten sie die Infrastruktur aufpumpen und merkten, dass da ein Bedürfnis ist. Ursprünglich war das als einmaliger Anlass geplant, aber als sie gemerkt haben, dass da ein Bedürfnis ist, wollten sie es in einem regelmässigen Abstand machen. So ist man dann auf diese 3 Jahre gekommen. Wir sind auch darauf bedacht, am Ministrantenfest nicht zu viele Minis als Helfer einzusetzen, da wir wollen, dass sie dieses Fest geniessen können.

Ich habe gesehen, dass der Festführer für dieses Fest schon fast ein kleines Buch ist, wo alle möglichen Ateliers drinstehen. Kannst du generell ein paar herauspicken, wo du sagst: Das sind die Höhepunkte?

Einer der Höhepunkte ist sicher der Wortgottesdienst am Anfang. Dass sie sehen können: So viele Menschen auf einem Platz und wir feiern miteinander. Über 100 Angebote vom Bungee-Trampolin, bis zu Bullriding, Harassenklettern, aber auch ruhige Sachen wie "Philippinen live", wo man etwas über die Philippinen erfahren kann, einer vom Kongo, der mit den Minis trommelt, eine grosse Rutschbahn, etc.

Wenn du jetzt in die Zukunft schaust: Was sind die Herausforderungen für die Damp? Habt ihr noch Projekte, die noch bevorstehen, die demnächst aktuell werden?

Im Moment überarbeiten wir unsere Spielsammlung: "Nicht nur für Minis". Das war eine Aktion, wo Minis uns Spiele einschicken konnten. Und diese sind wir wieder am überarbeiten. Ein grosses Projekt war z.B. heute das Minifest. Aber in 3 Jahren ist schon das nächste Minifest. Man fängt 1.5 bis 2 Jahre vorher an vorzubereiten. Die Herausforderung ist, dass wir bekannt sind, dass man weiss, dass es uns gibt. Den Bekanntheitsgrad zu erweitern. Schade finde ich, dass aus dem Kanton Glarus kein einziger Ministrant angemeldet ist. So merke ich, dass wir dort den Hebel ansetzen müssen, dass Damp ein weniger bekannter wird und dort auch Minis kommen.

Ich hoffe, dass dieses Interview auch ein wenig dazu beigetragen hat, dass Damp in weiteren Kreisen der Schweiz ein bisschen bekannter wird. Danke vielmal, dass du uns einen Einblick in deine Arbeit und deine persönlichen Erlebnisse gegeben hast. Danke für deine Zeit.
Auch euch liebe Zuschauerinnen und Zuschauer danke ich ganz herzlich, dass ihr reingeschaut habt und dabei geblieben seid. Wenn ihr weiterhin informiert werden wollt, wann das nächste Video erscheint, dann kommt auf unsere Facebookgruppe. Ihr findet auf der Homepage, unten rechts einen Knopf, meldet euch an und ihr werdet über jedes neue Video informiert. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit.


Mit Adrian Bolzern, Präsident der DAMP, unterhielt sich Dominik Hasler.
Zug, 28. August 2011.
© 2011 HASLER4u GmbH


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